hier kann man hauptsächlich Berlin finden Raul Krauthausen (30) hat einen Online-Stadtplan für Rollstuhlfahrer entwickelt.
So cirka ein Meter“, schätzt Raul Krauthausen (30) seine Körperlänge „aber so ganz sicher bin ich mir da ehrlich gesagt nicht“. Während er die eigene Größe nur schätzen kann, weiß er über die Höhe von Bordsteinen, Treppenstufen und Türportalen ganz genau Bescheid. Denn da achtet er auf jeden Zentimeter.
Gezwungenermaßen. Aufgrund seiner Erkrankung (der Schöneberger hat die Glasknochenkrankheit, sein Skelett ist besonders brüchig) ist er auf seinen knapp 100 Kilo schweren Elektro-Rollstuhl angewiesen. Selbst kleine Schwellen, werden da schnell zum unüberwindbaren Hindernis („ab sieben Zentimetern Höhenunterschied komme ich nicht weiter“) und alltägliche Dinge zum Problem:
„Mir passiert es immer wieder, dass ich ins Kino will oder ein Café suche, um mich mit Freuden zu treffen, aber nicht weiß, ob ich nachher überhaupt reinkomme“, sagt er.
Auch die Suche nach einer barrierefreien Arztpraxis ist für Rollstuhlfahrer schwer: „Man muss immer erst anrufen und nachfragen“, sagt er.
Orientierung mit Laptop, Handy und iPhone
Deshalb hat sich der Programmmanager (arbeitet beim Radiosender Fritz) zusammen mit dem von ihm gegründeten Verein „Die Sozialhelden“ etwas Neues ausgedacht: das Online-Portal „Wheelmap.org“, ein Stadtplan im Internet speziell für Rollstuhlfahrer. Wie beim Online-Dienst Google Maps kann man dort nach jeder Adresse suchen, bekommt aber zusätzlich Informationen, ob Orte wie Restaurants, Kinos, Hotels oder Behörden barrierefrei zu erreichen sind. „Der Schwerpunkt liegt auf Berlin, aber im Prinzip funktioniert das weltweit“, erklärt er.
Per Handy oder Laptop lassen sich die Daten abrufen und demnächst ist die App fürs iPhone fertig. „Ziel ist es, eine Orientierungshilfe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu geben“, sagt Krauthausen, „und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrung mit anderen zu teilen“. Denn Wheelmap lebt vom Mitmachen: „Jeder soll Orte melden und so zum Gelingen beitragen“, sagt er. Motto des Machers auf vier Rädern: „Selbsthilfe 2.0“.
Wheelmap lebt von allen, die sich dort engagieren und Informationen eintragen. Wer Orte kennt, die ganz oder teilweise barrierefrei sind, kann sie direkt eintragen. Wichtig sind dabei Treppenstufen und die Breite von Türen und Durchgängen. Alle Infos: www.wheelmap.org