Düsseldorf. Die U-Bahnen der ersten Generation fahren in Düsseldorf weiter. Die fast 40 Jahre alten Züge werden für über zehn Millionen Euro saniert
Sie rosten, rumpeln, quietschen und sind unbequem. Für Düsseldorfs älteste U-Bahnen hätten die Signale längst auf Rot stehen müssen.
Die Innenausstattung ist völlig verschlissen. Die Rollstuhlfahrer passen nicht durch die schmalen Türen. Sie können nicht mitfahren. Ebenso nicht manche ältere Fahrgäste, denen die Stufen zu hoch sind. Attraktiver Nahverkehr sieht anders aus. Und trotzdem: Die Rheinbahn hält an diesen ollen Zügen aus den 70er Jahren fest.
Dabei weiß der Vorstand genau, dass die 32 Züge der ersten U-Bahn-Generation vom Typ „GT8 SU“ möglichst bald aus dem Linienverkehr herausgenommen werden müssten. Es ist schlichte ökonomische Einsicht, damit noch zu warten, weil es keinen Sinn macht, jetzt neue U-Bahnen für die Strecken mit Hochbahnsteigen zu kaufen. Denn die neuen Fahrzeuge müssten dann mit einem veralteten F unk- und Betriebstleitsystem ausgestattet werden. Erst 2017 kommen der Digitalfunk, die neuen Rechner, die moderne Steuerung. Solange muss die Bestellung von 40 Zügen des Nachfolgermodells mit einem Gesamtwert von 120 Millionen Euro warten. Im Klartext: Die Rheinbahn kann solange auf die fast 40 Jahre alten U-Bahnen nicht verzichten.
Immerhin: Der Aufsichtsrat genehmigte gestern eine Rosskur für diese Züge in Höhe von 10,5 Millionen Euro. Die Fahrzeuge werden auf Tiefladern zum Waggonbauwerk nach Henningsdorf bei Berlin transportiert. Dort beseitigen die Arbeiter die Rostschäden, geben der Bahnen einen neuen rot-weißen Anstrich, tauschen die Holzimitatverkleidungen aus, bauen blaue Polster-Sitze ein, installieren Brandmelder und entfernen entflammbare Materialien, die den heutigen Brandschutzanforderungen nicht mehr entsprechen. Außerdem werden an Türen Mittelstangen entfernt, um Rollstuhlfahrern Platz zu schaffen. Die Drehgestelle überholt die Rheinbahn selbst. Bis 2013 ist die Sanierung abgeschlossen. Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher spricht von einer „sinnvollen “Investition. „Die Züge hätten wir eh’ bald zur Hauptuntersuchung in die Werkstatt bringen müssen.“ mehr ......