Multiple Sklerose: Betroffene finden Hilfe bei Selbsthilfegruppe DMSG
Von Daniela Petersen Fulda Es ist die Krankheit mit den 1000 Gesichtern: Multiple Sklerose. Laut der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft sind etwa 130.000 Menschen in unserem Land betroffen. Vielen sieht man die Krankheit nicht an, andere sind schon nach wenigen Jahren auf den Rollstuhl angewiesen.
Großansicht Mit 32 Jahren ging es los. Das Wort lag ihm auf der Zunge, aber Hanns-Uwe Theele konnte es nicht aussprechen: Er hatte Sprachausfälle. Nach vier Wochen ging es besser, die Störung verschwand. Doch die Kondition des Fuldaers ließ nach. Gerne joggte er 20 Kilometer, bald schon schaffte der leidenschaftliche Volleyballspieler nicht einmal mehr fünf. Heute – 22 Jahre später – sitzt er im Rollstuhl. Er hat Multiple Sklerose (MS), eine Krankheit, die entzündliche Herde im zentralen Nervensystem bildet.
Bei Theele verlief die Krankheit aggressiv. Neben der Fähigkeit laufen zu können, verlor er auch das Gefühl in seinen Fingern und Füßen. „Nur im Gesicht spüre ich noch 100 Prozent“, sagt er und erzählt, dass bei ihm etwa sieben bis acht verschiedene Behandlungsmethoden ausprobiert worden seien. Kein Medikament könne heilen. Weder die Ursache der Krankheit sei bekannt noch wisse man, ob MS vererbbar ist. Trotzdem bleibt Theele, der Vater von fünf erwachsenen Kindern ist, optimistisch: „Das Leben ist für MS-Patienten noch lange nicht vorbei.“ Gerne mischt sich der lebensfrohe Mann unters Volk. Mit seinem Rollstuhl fällt er auf – im Gegensatz zu vielen anderen Multiple-Sklerose-Patienten.
Kornelia Zirwes sieht man die Krankheit nicht an. Sie ist neben Theele die stellvertretende Leiterin der Selbsthilfegruppe DMSG für Neubetroffene Fulda. Ihr wurde MS mit Anfang 20 diagnostiziert. „Das war ein Schock. Ich dachte sofort: Rollstuhl. Das war das einzige, was ich über MS wusste. Man wurde damals von den Ärzten nicht gut aufgeklärt. MS bedeutet nicht zwangsläufig Rollstuhl“, sagt die 47-Jährige.“ Deshalb sei ihr die Selbsthilfegruppe eine große Hilfe gewesen. „Die beste Therapie ist das Gespräch mit den Betroffenen. Die wissen einfach, wovon man redet, wenn man von Missempfindungen, Doppelbildern oder Sehstörungen spricht.“