Kohlenhydrate Keine Angst vor Kohlenhydraten Kohlenhydrate sind die einzigen Nährstoffe, die Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Trotzdem sollten sie nicht aus dem Speiseplan des Diabetikers verschwinden. Ihr Anteil an der Gesamtaufnahme sollte genauso hoch wie beim Gesunden liegen. Es kann aber beispielsweise sinnvoll sein, die Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten (bis zu 6) aufzuteilen, um starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Kohlenhydrate werden vom Körper unterschiedlich schnell aufgenommen und erhöhen deshalb in ungleichem Maße die Blutzuckerwerte.
Lebensmittelgruppe Resorptionsgeschwindigkeit Zuckerhaltige Getränke,"isolierter" Zucker, Süßigkeiten* schießen ins Blut Weißmehlprodukte und Obst strömen ins Blut Vollkorngetreideprodukte und Kartoffeln fließen ins Blut Kohlenhydrate aus Milch tropfen ins Blut Kohlenhydrate aus Gemüse und Hülsenfrüchten sickern ins Blut
*eine Ausnahme stellen fettreiche Süßigkeiten wie z.B. Schokolade dar, da die Resorption des Zuckers durch den hohen Fettgehalt verlangsamt wird.
Diabetiker sollten auf kohlenhydrathaltige Lebensmittel zurückgreifen, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Die Kohlenhydratzufuhr sollte wie beim Nicht-Diabetiker etwa 55% der Gesamtzufuhr betragen. Besonders empfehlenswert sind Vollkornprodukte, da sie stark sättigend wirken, den Blutzucker relativ langsam ansteigen lassen und reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sind!
Zucker Zucker gehört ebenfalls zu den Kohlenhydraten. Während früher Haushaltszucker (Saccharose) für den Diabetiker tabu war, ist man heute der Meinung, dass kleine Mengen Zucker durchaus für den Diabetiker geeignet sind, aber nur unter folgenden Voraussetzungen:
■gute Stoffwechseleinstellung ■regelmäßige Selbstkontrolle ■nicht in Form von Getränken ■nicht in purer Form, sondern "verpackt" in Lebensmitteln Zum Süßen von Getränken eignen sich kalorienfreie Süßstoffe (Saccharin, Cyclamat, Aspartam).
Spezielle Diätprodukte sind überflüssig, da sie neben einem meist hohen Fett- und Energiegehalt auch unverhältnismäßig teuer sind. Auch die sogenannten Zuckeraustauschstoffe (Fruchtzucker, Sorbit) besitzen keinen entscheidenden Vorteil für den Diabetiker. Sie haben sogar Nachteile (sie wirken z.T. abführend und blähend