Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Osteoporose. Die Hälfte der Patienten ist jünger als 50 Jahre, ein Drittel sind Männer. Die meisten erfahren erst sehr spät oder zufällig von ihrer Erkrankung, da diese lange Zeit keine Beschwerden verursacht und meist erst bei einem Knochenbruch oder Schmerzen diagnostiziert wird. Experten schätzen, dass nur jeder fünfte Osteoporosepatient rechtzeitig erkannt und therapiert wird.
Welche Symptome sind typisch?Zu den typischen Symptomen gehören Knochenbrüche aus geringfügigem Anlass, akut auftretende, anhaltende Rückenschmerzen, Größenverlust um mehr als vier Zentimeter innerhalb eines Jahres, sehr niedriges Körpergewicht oder ungewollter Gewichtsverlust um mehr als zehn Prozent und eine Verringerung des Rippen-Becken-Abstandes auf unter zwei Finger Breite.
Gründe für den KnochenschwundDer häufigste Grund ist der Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen) bei Frauen in und nach den Wechseljahren. In etwa 30 Prozent der Fälle ist der Knochenschwund erblich bedingt, daneben gibt es eine ganze Reihe von Risikofaktoren: Bei Frauen gehören eine späte erste Regelblutung und frühe Wechseljahre dazu, bei Männern ein Mangel an Testosteron. Eine ungesunde Lebensweise mit Rauchen, Alkohol, zu wenig Bewegung und falscher Ernährung begünstigt den Knochenschwund ebenso wie bestimmte Medikamente - vor allem Kortisonpräparate und Phenytoin. Auch Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Diabetes, Überfunktion der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen, Blutarmut und Nierenfunktionsstörungen können die Entstehung von Osteoporose unterstützen.
Experten schätzen, dass nur jeder fünfte Osteoporosepatient rechtzeitig erkannt und therapiert wird. Welche Tests zur Früherkennung gibt es und wie wird behandelt?
Video starten (06:34 min) Frauen ab 60 und Männer ab 70 Jahren sollten ihr Osteoporose-Risiko abklären lassen. Ebenso, wenn man zu einer der genannten Risikogruppen gehört. Auch wer mehr als zweimal pro Jahr ohne äußeren Anlass stürzt oder sturzbegünstigende Medikamente wie Schlafmittel oder Antidepressiva einnehmen muss, sollte sich testen lassen.