Urzeit-Mikroben bereits resistent gegen Antibiotika Mittwoch, 31.08.2011, 19:12 Panthermedia Schon Urzeit-Mikroben haben Resistenzgene gegen moderne Antibiotika entwickelt Bakterien besaßen bereits Resistenzen gegen Antibiotika, lange bevor der Mensch diese für die Medizin einsetzte. So fanden Forscher in der DNA der Urzeit-Mirkoben unter anderem bereits Schutzgene gegen Penicillin.
Die Wissenschaftler entdeckten Resistenzgene gegen mehrere heute gängige Antibiotika in 30 000 Jahre alter Bakterien-DNA. Das urzeitliche Mikroben-Erbgut war im Permafrostboden Alaskas bis heute erhalten geblieben. „Dies ist der erste direkte Beleg dafür, dass Antibiotika-Resistenz ein altes, natürliches Phänomen ist, das in der Umwelt häufig auftritt“, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“.
In den Proben aus dem seit Jahrtausenden gefrorenen Boden habe man mehrere unterschiedlich wirkende Resistenzgene gefunden. Sie hätten die Bakterien unter anderem gegen Penicillin und Breitband-Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline geschützt, schreiben Gerard Wright von der McMaster University in Hamilton, Ontario und seine Kollegen. Auch gegen ein erst 1980 in der Medizin eingeführtes Antibiotikum, Vancomycin, seien die urzeitlichen Mikroben resistent.
Vermutlich seien die Resistenzgene damals als Reaktion auf keimtötend wirkende Substanzen in der Natur entstanden, sagen die Wissenschaftler. Ihr Vorkommen könne auch erklären, warum Erreger heute so schnell Resistenzen gegen neue Antibiotika ausbilden – diese Gene seien vielfach schon im Genpool dieser Mikroben enthalten.
Nach Ansicht der Forscher hat diese Erkenntnis auch Konsequenzen für die Entwicklung neuer Antibiotika. Es sei wahrscheinlich, dass auch diese Substanzen auf bereits seit Jahrtausenden existierende Resistenzmechanismen stoßen. Dies müsse bei der Suche nach neuen Wirkstoffen berücksichtigt werden.