Die kleinen Steine des Anstoßes Ist das Stadttheater wirklich behindertenfreundlich gebaut? Dieser Frage gingen gestern Tamara Koch vom Kultur- und Sozialamt der Stadt und Kulturmanager Jürgen Ludwig bei einer ganz besonderen Theaterführung nach
. Hildburghausen - Es sind oft die Kleinigkeiten, die es Älteren und Menschen mit einer Behinderung schwer machen, so wie alle anderen am öffentlichen Leben in einer Stadt teilzunehmen. Das zeigte sich auch gestern bei einer speziell für diesen Personenkreis angesetzten Führung im Stadttheater Hildburghausen. Da lagen die ersten Steine des Anstoßes schon auf dem Weg zum Theatereingang.
Die grob geschotterte Fläche sei mit einem einfachen Rollstuhl kaum zu bewältigen, sagte Hartmut Nadolski, der die Selbsthilfegruppe "Multiple Sklerose" bei der Führung vertrat. Er ist selbst auf einen Rollstuhl angewiesen und weiß wovon er spricht. "Eigentlich ist das ja nur ein Provisorium", erklärte Jürgen Ludwig die Situation. Schließlich sollte hier einmal der dritte Bauabschnitt des Theaters entstehen. Daher hatte man seinerzeit auf eine höherwertige Befestigung des Platzes verzichtet. Da eine solche Investition jedoch in naher Zukunft kaum zu realisieren ist, müsse über Alternativen nachgedacht werden, war man sich in der kleinen Experten-Runde einig. Vielleicht könnten wenigstens rollstuhltaugliche "Lauf-Wege" von der Helenenstraße zum Theatereingang hergerichtet werden, schlug CDU-Stadträtin Brigitte Wütscher vor, die das Thema "behindertengerechte Stadt" vor gut zwei Monaten im Stadtrat angestoßen hatte. Behinderte, die mit dem Auto kommen, könnten auch bis an die Holzterrasse heranfahren und hier in unmittelbarer Nähe zum Theater-Eingang parken, so Ludwig. Dann sei es sinnvoll hier konkret auch die Parkplätze auszuweisen. Bislang ist für Behinderte gar nicht ersichtlich, wo und ob sie auf dieser Fläche parken dürfen, wurde kritisiert.